Karl Markovics und Wolf Bachofner, 2000 Stockerau (NÖ), 02.08.2014, 20:00 Uhr
Wo:
2000 Stockerau (NÖ),
Dr. Karl Renner Platz
Wann:
02.08.2014, 20:00 Uhr
Beschreibung:
<p>FESTSPIELE STOCKERAU 2014 - Theater und Musik</p> <p>Karl Markovics & Wolf Bachofner: Wienerlieder - Mit den Neuen Wiener Concert Schrammeln und Alexander Kukelka.


Dem Wiener haftet seit jeher das Stigma des 'Ewigen Nörglers' an. Es heißt, er schimpfe immer auf die Gegenwart und schaue mit verklärtem Blick in die Vergangenheit. Wie oft werden nicht jene Klischees, wie das der 'Goldenen Backhendlzeit' und der 'Wein- und Walzerseligkeit' beansprucht? Wann ist nicht vom typischen 'Weana' mit seinem 'Goldenen Weanaherz' und unver-wechselbaren 'Hamur' die Rede? Wien scheint ja beinahe der Inbegriff der Gemütlichkeit zu sein. Nur, dass einem bei dieser 'G'müatlichkeit' oft seltsam ungemütlich zumute ist, davon ist selten die Rede.

Was liegt also näher, als sich des Wiener Liedes anzunehmen, es dem heutigen Kommerz zu entreißen und in seiner ureigensten Art für sich selbst sprechen zu lassen. Im Vordergrund steht dabei die Plastizität und Bildhaftigkeit der Sprache als Ausdruck einer ambivalenten Volksseele mit ihren kritischen, zynischen, makabren, (selbst-) mitleidigen, sentimentalen, wehmütigen, ja oft melancholischen Ausformungen, durch die sich auch alte Wiener Lieder als erstaunlich wandlungsfähig und von unglaublicher Aktualität erweisen. Jedoch bewahren auch Wiener Lieder jüngerer Prägung, durch ihre melismenreiche, oft chromatische Melodiebildung und farbige Harmonisation, stets ihren Wiener Charme.

Das Wiener Lied jeder verstaubten und künstlichen Aufmachung zu entkleiden, und die Welt der 'Vorstadtg'schicht'n' mit ihren 'Alten Drahrern', 'Dudlern', Volkssängern und Werkelmännern wieder auferstehen zu lassen - das hat man auch in der Instrumentation der Originalkompositionen vor Augen gehabt.

Denn nur wer sich über Wien und seine ewig 'Raunzerten Grantscherb'n' - natürlich mit einem musikalischen Augenzwinkern - die sogenannte 'Gosch'n' zerreißt, darf von sich behaupten, diese Stadt höchstwahrscheinlich nie wirklich verstanden, aber geliebt zu ha
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