Die Legende vom heiligen Trinker, 6845 Hohenems (Vlbg.), 10.05.2014, 20:00 Uhr
Wo:
6845 Hohenems (Vlbg.),
Wann:
10.05.2014, 20:00 Uhr
Beschreibung:
<p>"Heilig !?!"
- "Ein Trinker !?!"
Igittigitt!

Und unser Andreas ist eben ein Trinker. Er lebt unter einer der vielen Brücken von Paris. Und eines Abends bekommt er von einem gut gekleideten Herrn 200 Francs mit der Auflage, die Schulden an die kleine Heilige Therese in der St. Marie de Batignolles abzutragen.
Ein Wunder!
Von da an wird unser Andreas von Wundern geradezu heimgesucht. Hat er die 200 Francs versoffen oder mit Frauen verlebt, gelangt er wie durch ein Wunder immer wieder zur gleichen Summe und immer wieder hat er den besten Willen, der kleinen Heiligen Therese seine Schulden zu erstatten.
Doch nie gelingt es. Wie das bei Trinkern eben so ist.
Bis sie schließlich selbst als letztes himmelblaues Wunder zu ihm kommt und ihn erlöst.
Ein Heiliger - der Trinker.

Eine wunder-bare, tröstliche Geschichte mit Lisa Wildmann, Ernst Konarek und Wolfgang Seidenberg.

</p> <p>Joseph Roth
Joseph Roth, 1894 als Sohn jüdischer Eltern in Ostgalizien geboren, studierte Philosophie und deutsche Literatur in Lemberg und Wien. Teilnahme am ersten Weltkrieg. Nach dem Krieg war er Journalist in Wien und Berlin. 1933 emigrierte Roth nach Paris, wo er 1939 an den Folgen seiner schweren Alkoholerkrankung starb.

Für Roth bedeutete Poetsein, den "Narren oder Bettler, oder alles zugleich vorzustellen". "...ich glaube, immer beobachtet zu haben, dass der sogenannte realistische Mensch in der Welt unzugänglich dasteht, wie eine Ringmauer aus Zement und Beton, und der sogenannte romantische wie ein offener Garten, in dem die Wahrheit nach Belieben ein- und ausgeht...."

"Die Legende vom heiligen Trinker" ist Roths letzte, 1939 entstandene Erzählung, in der er jüdische und katholische Tradition verbindet. "Mein Testament" sagte er zu Freunden, knapp einen Monat vor seinem Tod. In Andreas beschreibt er sein alter ego, eine Art DonQuijote im Exil, der dank seiner trunkenen Phantasie die Gnade erlebt aus einem haltlos heimatlosen Zustand erlöst zu werden.</p>
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